Excimerlasersysteme werden durch eine Reihe physikalischer und betrieblicher Parameter charakterisiert. Die folgende Terminologie erläutert häufig verwendete Begriffe und Spezifikationen im Zusammenhang mit der Excimerlasertechnologie.
Einführung in die Terminologie der Excimerlaser
Excimerlasersysteme werden durch eine Kombination elektrischer, optischer und plasmabezogener Parameter definiert, die die Leistung und die Prozessergebnisse direkt beeinflussen. Das Verständnis der Zusammenhänge zwischen diesen Parametern ist entscheidend für die Auslegung von Systemen, die Entwicklung von Prozessen und die Interpretation von Anwendungsergebnissen.
Die Terminologie in diesem Abschnitt verknüpft die grundlegende Laserphysik mit dem Systemverhalten und den Anforderungen der jeweiligen Anwendung. Jede Definition dient sowohl als physikalische Erläuterung als auch als praktische Referenz für die Arbeit mit Excimer-basierten UV-Technologien.
Wichtige Begriffe der Excimertechnologie
Energie, die in einem einzelnen Laserpuls enthalten ist.
Bei Excimerlasern wird sie in der Regel durch die Entladungsenergie bestimmt.
Einheit: mJ
Siehe auch: Fluenz, Wirkungsgrad
Zeitliche Breite eines Laserpulses, üblicherweise angegeben als Halbwertsbreite (Full Width at Half Maximum, FWHM).
Kompakte Excimerlaser erzeugen typischerweise Pulse im Bereich von 5–10 ns.
Siehe auch: Wiederholrate, Pulsenergie
Anzahl der pro Sekunde emittierten Laserpulse.
Bei Excimerlasern wird sie durch die Gasregenerationsdynamik und die thermische Belastung der Entladung begrenzt.
Einheit: Hz
Siehe auch: Duty Cycle, Thermische Belastung
Maximaler Anteil der Zeit, währenddessen ein Laser mit voller Wiederholrate und Pulsenergie betrieben werden kann, ohne thermische Grenzwerte zu überschreiten.
Bei kompakten Excimerlasern wird der Duty Cycle hauptsächlich durch die Erwärmung der Entladung und die verfügbare Kühlleistung bestimmt und kann durch spezielle Kühlkonzepte erweitert werden.
Siehe auch: Wiederholrate, Pulsenergie, Thermische Belastung
Während des Betriebs im Laser erzeugte Abwärme, hauptsächlich verursacht durch die elektrische Entladungsenergie. Excimerlaser wandeln nur etwa 1 % davon in Laserstrahlung um.
Die thermische Belastung bestimmt die Anforderungen an die Kühlung und beeinflusst die Grenzen von Wiederholrate und Duty Cycle.
Siehe auch: Duty Cycle, Wiederholrate, Wirkungsgrad
Variation der Pulsenergie zwischen aufeinanderfolgenden Laserpulsen.
Wird hauptsächlich durch die Homogenität der Entladung und die Vorionisation beeinflusst.
Siehe auch: Pulsenergie, Stabilisierte Energie, Vorionisierung
Maximale Pulsenergie, die durch die interne Energiestabilisierung des Lasers aufrechterhalten wird.
Definiert den spezifizierten stabilen Betriebspunkt.
Siehe auch: Pulsenergie, Energiestabilität
Räumliche Energieverteilung über den Querschnitt des Laserstrahls.
Kompakte Excimerlaser erzeugen typischerweise rechteckige Strahlprofile (lange Achse: Top-Hat, kurze Achse: Gauß-Profil), beispielsweise 6 × 3 mm.
Siehe auch:
Fluenz, Strahldivergenz
Winkelmäßige Aufweitung des Strahls während der Ausbreitung.
Wichtiger Parameter bei der Auslegung von Strahlführungssystemen.
Einheit: mrad
Siehe auch:
Strahlprofil, Fluenz
Auf eine Flächeneinheit eingebrachte Pulsenergie des Lasers.
F = E/A
Primärer Parameter für UV-photochemische Prozesse und Ablationsprozesse.
Einheit: mJ/cm²
Siehe auch: Pulsenergie, Strahlprofil
Spektrale Breite der emittierten Strahlung.
Excimerlaser emittieren typischerweise ultraviolette Strahlung, die durch molekulare Übergänge bestimmt wird; bei ArF-Lasern beträgt die Linienbreite beispielsweise etwa 0,5 nm.
Siehe auch:
Kohärenzlänge
In Excimerlasern verwendetes Gasgemisch, bestehend aus Edelgas, Halogendonator und Puffergas.
Die Gaszusammensetzung beeinflusst maßgeblich die Verstärkung (Gain) und die Stabilität der Entladung.
Siehe auch:
Puffergas, Excimer
Inertes Gas zur Einstellung von Druck und Entladungseigenschaften.
In Excimerlasern wird häufig Neon als Puffergas eingesetzt.
Siehe auch: Premix, Entladungsspannung
Erzeugung freier Elektronen vor der Hauptentladung, um eine homogene Plasmabildung (Anregung des Lasergasgemisches) sicherzustellen.
Kompakte Excimerlaser verwenden häufig eine Corona-Vorionisation für eine stabile Entladung.
Siehe auch: Entladungsspannung, Paschen-Gesetz
Elektrische Spannung, die zwischen den Elektroden angelegt wird, um die Gasentladung zu zünden.
Sie wird durch Gaszusammensetzung, Druck und Elektrodenabstand bestimmt.
Siehe auch: Paschen-Gesetz, Vorionisierung
Zusammenhang zwischen Gasdruck, Elektrodenabstand und elektrischer Durchbruchspannung.
Bestimmt die Zündspannung von Gaslasern.
Siehe auch: Entladungsspannung
Stoßbedingte Deaktivierung angeregter Moleküle ohne Laseremission.
Reduziert die Wirkungsgrad durch Unterdrückung der stimulierten Emission.
Siehe auch:
Excimer, Verstärkung, Stimulierte Emission
Prozess, bei dem Elektronen mit positiven Ionen im Plasma rekombinieren.
Beeinflusst die Ladungsbilanz und die Stabilität der Entladung.
Siehe auch:
Entladungsspannung
Kurzlebiger angeregter Molekülkomplex aus Edelgas- und Halogenatomen.
Stabil nur im angeregten Zustand und im Grundzustand dissoziativ.
Siehe auch:
Besetzungsinversion, Stimulierte Emission
Zustand, bei dem die Besetzung angeregter Zustände die der niedrigeren Energieniveaus übersteigt. Voraussetzung für optische Verstärkung und Laseramplifikation.
Siehe auch:
Stimulierte Emission, Verstärkung
Photonenemission, ausgelöst durch ein einfallendes Photon identischer Energie und Phase.
Ermöglicht kohärente optische Verstärkung innerhalb der Laserresonatorstruktur.
Siehe auch:
Besetzungsinversion, Verstärkung
Zufällige Photonemission beim Übergang von einem angeregten Zustand in einen energetisch niedrigeren Zustand.
Liefert initiale Photonen, die die stimulierte Emission anstoßen.
Siehe auch:
Stimulierte Emission, Einstein-Koeffizient
Verstärkung optischer Strahlung im Lasermedium.
In Excimerlaser tritt eine relativ hohe Verstärkung während der gepulsten Gasentladung auf.
Siehe auch:
Besetzungsinversion, Optischer Resonator
Die Einstein-Koeffizienten beschreiben die Wahrscheinlichkeiten für Wechselwirkungen zwischen Materie und elektromagnetischer Strahlung. Sie umfassen den Koeffizienten für spontane Emission (A), stimulierte Emission (B) und Absorption (B).
Im Excimerlaser-Kontext sind insbesondere die Übergänge zwischen angeregten und Grundzuständen des kurzlebigen Excimer-Moleküls relevant. Die Koeffizienten bestimmen dabei die Raten, mit denen Photonen emittiert oder absorbiert werden, und bilden die Grundlage für das Verständnis von Besetzungsinversion und optischer Verstärkung im Lasermedium.
Siehe auch:
Spontane Emission, Stimulierte Emission, Besetzungsinversion, Verstärkung
Anordnung von Spiegeln zur optischen Rückkopplung für Laser-Oszillation.
Definiert Modenstruktur und Ausgangscharakteristik.
Siehe auch:
Plan-Plan-Resonator, Auskopplung
Resonator bestehend aus zwei parallelen Spiegeln.
Häufig in Excimerlaser aufgrund hoher Verstärkung und kurzer Resonatorlängen.
Siehe auch:
Optischer Resonator, Auskopplung, Verstärkung
Anteil der intracavity-Strahlung, der durch den Output Coupler ausgekoppelt wird (in der Regel ein teilweise reflektierender Spiegel). Typische Werte für Excimerlaser liegen bei 50–90 %.
Balanciert Resonatorverstärkung und nutzbare Ausgangsenergie.
Siehe auch:
Wirkungsgrad, Optischer Resonator
Verhältnis der emittierten Laserenergie zur elektrischen Entladungsenergie.
Gibt die Effizienz der Umwandlung elektrischer Anregung in Laserstrahlung an.
Typische Werte für Excimerlaser liegen bei 1–3 %.
Siehe auch:
Auskopplung, Optischer Resonator
Energie, die von einem einzelnen Photon getragen wird.
E = h × c/λ
Kürzere UV-Wellenlängen entsprechen höheren Photonenergien und einer stärkeren Wechselwirkung mit vielen Materialien. Typische Werte sind 6,42 eV für 193 nm und 5,0 eV für 248 nm.
Maß dafür, wie stark ein Material Strahlung absorbiert.
Wichtig bei der Auslegung von UV-Optiksystemen und Prozessfenstern.
Siehe auch:
Photonenenergie, Fluenz
Maximaler Abstand zwischen zwei Punkten entlang der Ausbreitungsrichtung des Strahls, zwischen denen eine konstante Phasenbeziehung besteht.
Typischerweise kürzer bei Excimerlaser als bei Single-Frequency-Festkörperlasern.
Siehe auch:
Linienbreite
Häufig gestellte Fragen
Excimerlaser erzeugen ultraviolette Strahlung durch eine gepulste Gasentladung, die kurzlebige angeregte Moleküle bildet. Diese Excimer-Zustände erzeugen Besetzungsinversion und optische Verstärkung. Innerhalb des Resonators verstärkt die stimulierte Emission diese Strahlung zu Nanosekunden-Laserpulsen.
Siehe auch:
Excimer, Besetzungsinversion, Stimulierte Emission, Verstärkung
Excimerlaser basieren auf transienten molekularen Zuständen in Edelgas/Halogen-Gemischen. Diese angeregten Moleküle existieren nur im Plasma, das durch eine gepulste Gasentladung erzeugt wird. Dadurch ist die Gasanregung der effektivste Weg zur Erzeugung hochenergetischer ultravioletter Laserpulse.
Siehe auch:
Excimer, Entladungsspannung, Vorionisierung
Die Vorionisierung erzeugt eine homogene Population freier Elektronen vor Beginn der Hauptentladung. Dadurch wird ein lokaler Durchbruch verhindert und eine homogene Plasmabildung über die Elektroden hinweg sichergestellt. Dies ist entscheidend für stabile Pulsenergie und reproduzierbare Strahlcharakteristik.
Siehe auch:
Vorionisierung, Entladungsspannung, Paschen-Gesetz
Excimer-Moleküle bilden sich nur, wenn Atome elektronisch angeregt sind. Im Grundzustand stoßen sich die Atome ab und dissoziieren sofort. Diese Eigenschaft ermöglicht eine effiziente ultraviolette Emission.
Siehe auch:
Excimer, Quenching, Spontane Emission
Excimerlaser arbeiten am zuverlässigsten innerhalb eines definierten Hochspannungsbereichs, in dem Entladungsdynamik und Gaschemie stabil bleiben. Energiemonitor-Systeme regeln die Hochspannung, um eine konstante Performance und vorhersehbare Prozessbedingungen sicherzustellen. Daher beschreibt die maximale stabilisierte Energie den Bereich, in dem Pulscharakteristik, Strahlverhalten und Langzeitbetrieb für den Dauerbetrieb stabil sind.
Siehe auch:
Pulsenergie, Energiestabilität, Stabilisierte Energie
Die Fluenz beschreibt, wie viel Laserenergie eine bestimmte Fläche erreicht. Bei fester Strahlgröße führt eine höhere Pulsenergie direkt zu einer höheren Fluenz. In der UV-Bearbeitung bestimmt dieser Parameter, ob ein Material modifiziert, abgetragen oder unbeeinflusst bleibt.
F = E / A
Siehe auch:
Pulsenergie, Fluenz, Strahlprofil
Excimer-Medien bieten eine sehr hohe optische Verstärkung über kurze Distanzen. Dadurch sind einfache Resonatorgeometrien mit parallelen Spiegeln möglich. Diese Konfiguration ist mechanisch robust und unterstützt eine effiziente Auskopplung hochenergetischer UV-Pulse.
Siehe auch:
Plan-Plan-Resonator, Verstärkung, Auskopplung
Ultraviolette Photonen besitzen eine vergleichsweise hohe Energie. Viele Polymere, biologische Materialien und Oberflächenschichten absorbieren diese Strahlung stark. Dadurch sind präzise photochemische Modifikationen oder Ablationen mit minimaler thermischer Beeinflussung des umliegenden Materials möglich.
Siehe auch:
Photonenenergie, Fluenz, Absorptionskoeffizient
Sie haben weitere Fragen?
Wenn Sie keine Antwort auf Ihre Frage gefunden haben, kontaktieren Sie uns gerne.
Finden Sie mehr über unsere Technologie, unser Unternehmen, unsere Produkte und unser OEM-Partnerschaftsmodell heraus.
- MLI-Serie: Industrielle Standard-Excimerlaser mit 193 nm und 248 nm
- Verschiedene Optik-, Leistungs- und Kühlkonfigurationen
- Schnelle Anpassung an Anwendungen und Märkte
- Unser OEM-Partnerschaftsmodell
- Typische Integrationselemente
- Infrastruktur zur Fertigung hoher Volumina
Kontakt
Sie möchten über Ihre Anwendung sprechen?
Kontaktieren Sie unserer Vertriebsteam oder einen unserer autorisierten Vertriebspartner.
