Technologische Grundlagen

Aspekte der Systemintegration

Excimerlaser sind über elektrische, optische, thermische und gasseitige Schnittstellen in das Gesamtsystem eingebunden. Ein stabiler Betrieb setzt voraus, dass diese Schnittstellen die definierten technischen Anforderungen erfüllen.

Die in diesem Abschnitt beschriebenen Spezifikationen und Integrationsparameter beziehen sich auf die kompakten Excimerlasersysteme der MLI-Serie.

Praktische Aspekte der Integration von Excimerlasern

Die Integration eines Excimerlasers umfasst weit mehr als die elektrische Anbindung und die Strahlführung. Prozessstabilität und Systemleistung hängen wesentlich davon ab, wie gut unterstützende Systeme wie Gasversorgung, Kühlung und Optik auf die Betriebsbedingungen des Lasers abgestimmt sind.

Dieser Abschnitt gibt einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Integrationsparameter und Auslegungskriterien. Er verbindet technische Anforderungen mit dem praktischen Betrieb und unterstützt eine zuverlässige Systemperformance von der Inbetriebnahme bis zum Dauereinsatz.

Häufig gestellte Fragen

Die Bearbeitung von Materialien mit Excimerlasern wird maßgeblich durch die auf die Oberfläche eingebrachte Fluenz (Energie pro Fläche) bestimmt.

Fluenz-Berechnung

Fluence equation

Dabei gilt:

  • F = Fluenz (J/cm²)
  • E = Pulsenergie (J)
  • A = bestrahlte Fläche (cm²)

Beispiel (MLI-Serie)

Typische Strahlabmessungen:
6 mm × 3 mm

Strahlfläche:
A = 0,6 × 0,3 = 0,18 cm²

Pulsenergie:
7 mJ = 0,007 J

Ergebnis:

Fluence result

Typische Prozessfenster für die Excimerlaserbearbeitung liegen – abhängig von Material und Wellenlänge – zwischen:

0,05 – 2 J/cm²

Bei Excimerlaserprozessen werden häufig Maskenprojektionsoptiken eingesetzt.

Die resultierende Strukturgröße wird durch den optischen Verkleinerungsmaßstab bestimmt.

Projektions-Berechnung

image

Dabei gilt:

M = Projektionsmaßstab

Typische Projektionsmaßstäbe: 0,1 – 0,5

Beispiel

Maskenöffnung: 1 mm

Projektionsmaßstab: 0,2

Strukturgröße: 200 µm

Die Strahldivergenz bestimmt die Aufweitung des Strahls entlang des optischen Pfads.

Strahlaufweitung

Dabei gilt:

D₀ = ursprüngliche Strahlgröße
θ = Divergenzwinkel
z = Pfadlänge

Strahlparameter der MLI-Serie

Parameter Wert
Strahlgröße 6 × 3 mm
Strahldivergenz 2 × 1 mrad (FWHM)

Beispiel

Abstand: 500 mm

Vertikale Divergenz: 2 mrad

Strahlaufweitung: 0,002×500mm=1mm

Dies muss bei der Positionierung folgender Komponenten berücksichtigt werden:

  • Strahlhomogenisatoren
  • Masken
  • Projektionsoptiken

UV-Strahlung wird durch Sauerstoff und Verunreinigungen stark absorbiert.

Bei 193 nm sollte der Strahlengang mit Stickstoff gespült werden.

Anforderungen an das Spülgas:

Parameter Spezifikation
Gas Stickstoff
Reinheit ≥ 5.5

Zweck:

  • Vermeidung von Ozonbildung
  • Reduzierung optischer Kontaminationen
  • Sicherstellung einer stabilen Transmission

Bei 248 nm ist eine Stickstoffspülung des Strahlengangs in der Regel nicht erforderlich.

Parameter Standardkonfiguration (SP) Hochleistungskonfiguration (HP)
Versorgungsspannung 230 V 230 V
Frequenz 50/60 Hz 50/60 Hz
Leistungsaufnahme ≤ 2 kVA ≤ 2,3 kVA
Anschluss IEC 60320 C14 IEC 60320 C14

Eine stabile Erdung sowie geringe elektrische Störungen verbessern die Stabilität der Gasentladung.

Luftkühlung (AC)

Parameter Wert
Luftvolumenstrom 400 m³/h
Durchmesser Abluftschlauch 158 mm

Maximale Einschaltdauer (luftgekühlte Systeme)

Maximale Wiederholrate Einschaltdauer
200 Hz 100 %
500 Hz 40 % (max. 10 min)
1000 Hz 20 % (max. 5 min)

Wasserkühlung (LC)

Wasserkühlung ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb bei 100% der Wiederholrate.

Parameter Anforderung
Durchflussrate ≥ 2 l/min
Kühlleistung ≥ 1000 W
Temperaturstabilität ±2 °C
Vorlauftemperatur 30–40 °C
Druck < 5 bar

Volumen und Betriebsdruck der Laserröhre

Parameter Wert
Röhrenvolumen (SP) 6,5 l
Röhrenvolumen HP 6,3 l
Betriebsdruck 5–6 bar bei 20 °C

Eingangsdruck der Prozessgase

Gas Druck
Premix 7–9 bar absolut
Spülgas 1,5–3 bar absolut

Anschlüsse

  • Klemmringverschraubungen für 6 mm Leitungen

Anforderungen an das Gassystem

  • Inhärent sicher ausgelegt
  • Druckbegrenzung auf maximal 9 bar absolut

Excimerlaser benötigen präzise definierte Gasgemische, um ein stabiles Entladungsverhalten und eine konstante Ausgangsleistung sicherzustellen. Gasqualität und Reinheit wirken sich direkt auf Lebensdauer und Stabilität aus. Für optimale Ergebnisse gibt MLase Empfehlungen zu qualifizierten Gaslieferanten und Gasquellen.

ArF-Gemisch (193 nm)

Komponente Anteil Reinheit
F₂ 0,133 % 2.8
Ar 1,80 % 5.5
Ne Restanteil 4.8

KrF-Gemisch (248 nm)

Komponente Anteil Reinheit
F₂ 0,150 % 2.8
Kr 1,25 % 5.5
He 2,534 % 6.0
Ne Restanteil 4.8

Servicegase

Anwendung Gas Reinheit
Optikwechsel Helium 5.0
Spülung des Strahlengangs Stickstoff 5.5

Lebensdauer der Optiken

Laser Energie Typische Lebensdauer
ArF 4–6 mJ 500–1000 Mio. Pulse
ArF HP 8 mJ 300–600 Mio. Pulse
KrF 7 mJ 500–1500 Mio. Pulse
KrF HP 12 mJ 300–700 Mio. Pulse

Aktive Gaslebensdauer

Laser Energie Typische Lebensdauer
ArF 4 mJ 50–80 Mio. Pulse
ArF 6 mJ 30–50 Mio. Pulse
ArF HP 8 mJ 20–40 Mio. Pulse
KrF 7 mJ 60–90 Mio. Pulse
KrF HP 12 mJ 30–50 Mio. Pulse

Weitere Komponenten

Komponente Typische Lebensdauer
Laserröhre 2–4 Mrd. Pulse
Hochspannungselektronik 4–8 Mrd. Pulse
Elektronik 4–10 Mrd. Pulse
Gasfilter ca. 200 Gaswechsel

Passive Gaslebensdauer

Bedingung Typische Lebensdauer
Gasstabilität im Stillstand 1–3 Monate

MLase-Excimerlaser sind auf modularen Service und einen geringen Vor-Ort-Wartungsaufwand ausgelegt. Klar definierte, leicht zu wechselnde Verbrauchsmaterialien, sowie das Konzept austauschbarer Entladungseinheiten (Laserröhren) ermöglichen den gezielten Ersatz lebensdauerbegrenzter Komponenten. Dadurch lassen sich vollständige Systemaustausche vermeiden und Stillstandszeiten reduzieren.

Der Betriebsaufwand von Excimerlasersystemen wird im Wesentlichen durch die Gesamtzahl erzeugter Pulse bestimmt. Die Pulsanzahl beeinflusst direkt den Gasverbrauch, die Alterung der Optiken sowie die Wartungs- und Austauschintervalle von Komponenten.

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